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Info über Rehwild von Arno Schönfeld-Simon

Veröffentlicht von Davina Wilson (davina) am 09.12.2020
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Lebensraum Rehwild

Ursprünglich war der Lebensraum des Rehwildes der Laubmischwald mit den Nahrungsbaumarten Eiche, Buche und Hainbuche.

Im Laufe der Zeit haben sich die Lebensräume verändert. Neben den Wald besiedelt es die Gebüsch- und Unterwuchsreichen Gebiete sowie die Waldrandzonen in Verbindung mit den angrenzenden Biotopen wie Gewässer-, Felder und Wiesen. Gerade im städtischen Siedlungsraum nehmen sie auch gerne Grünanlagen und Hausgärten an.

Verhalten des Rehwildes

In der Winterzeit steht das Rehwild häufig in sogenannten Sprüngen auf Felder und Wiesen zusammen. Im Frühjahr lösen sich diese Sprünge wieder auf, so dass die einzelnen Tiere, die Rehböcke und die Ricken Einzelgänger sind. In der Paarungszeit im August finden für kurze Zeit beide Geschlechter noch einmal kurz zusammen. Die Ricken ziehen ihre Kitze alleine auf. Im Herbst/ Winter bilden sich wieder diese Spünge. Darüber hinaus haben Rehwild bestimmte Wege die sie benutzen, der Jäger sagt dazu Wechsel. Diese Wechsel werden auch von nachfolgenden Rehwildgenerationen genutzt. Hinzu kommt, wenn neue Wohngebiete, Gewerbegebiete oder Straßen entstehen, lässt sich das Rehwild nicht von den alten Wechseln abbringen, sodass es unweigerlich zu Zusammenstößen kommt.

Verluste durch Straßenverkehr

Rehwildverluste insbesondere durch den Straßenverkehr nehmen ein hohes Maß an. Die Verluste sind u. a. abhängig von der Wilddichte, der Verkehrsdichte, der Dichte der Straßennetze, der Jahreszeit der Wald-Feld-Verteilung und den wechselnden Äsungsverhältnissen.

Die größten Rehwildverluste treten auf schnell befahrenden Straßen mit hoher Verkehrsdichte auf. Sie treten Jahresbedingt allgemein von März bis November auf. Gründe für die hohen Verluste sind während der Auflösungzeit der Rehwildsprünge und bei der Suche nach besseren Äsungsbedingungen in anderen Lebensraumbereichen sowie größere Aktionsgebiete während der Nahrungssuche.

Rehwild ist ein Konzentratselektierer, ein Nascher, dass viele Krautarten aufnimmt. Es ist kein Rauhfutterfresser, kein Grasfresser. Daher auch die Ausbreitung bzw. Ausdehnung in die Hausgärten und Parkanlagen.

Die Krefelder Revierinhaber versuchen das Rehwild vor den Verkehrstod zu schützen. Hierfür benutzen sie überwiegend optische Warnzeichen, die allerdings unterschiedliche Wirkungen zeigen.

Wildernde Hunde können den Rehwildbestand erheblich mindern, besonders wenn sie als Meute jagen. Der Forstwald im Bereich Anrather Straße und Hückelsmay sowie der der Stadtwald sind Eigenjagden der Stadt Krefeld. Diese Bereiche wurden vom früheren Stadtförster bejagt. Auf Rehwild wurde die Jagd nie ausgeübt, weil es sich aus diesen Waldgebieten größtenteils aufgrund des hohen Erholungsdrucks zurückgezogen hatte. Kamen mal einzelne Rehe vor wurden sie von den freilaufenden mitgeführten Hunden der Waldspaziergänger gehetzt und in Panik versetzt, sodass sie auf den umliegenden Straßen überfahren wurden.

Aber auch im Hülser Bruch verlaufen alte Wechsel über Straßen, sodass viele Rehe trotz Reduzierung der Fahrgeschwindigkeit und Instalation von sogenannten Wildrettern dem Verkehrtod unterliegen.

Letztendlich kann man nur an die Autofahrer appellieren in diesen Bereichen verhalten und sehr wachsam zu fahren. An die Hundehalter gilt immer wieder der mahnende Aufruf ihre Hunde auf Spaziergängen in Wald und Feld aber auch in den Grünanlagen in ihrem Einwirkungsbereich zu halten.

Arno Schönfeld-Simon

Obmann - Belange der Forstwirtschaft

 

 

 

Zuletzt geändert am: 09.12.2020 um 15:44:30

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